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Erneuerbare Energien: Vor- und Nachteile

Erstellt von: Energiesysteme 360° am 13. September 2018

Der Klimawandel ist eine große Bedrohung für die Erde. Wir könnten ihn durch die Umstellung auf Erneuerbare Energien verlangsamen. Das hätte verschiedene Vor- und Nachteile für uns.

Vorteile der Umstellung auf Erneuerbare Energien

1. Endliche Ressourcen und die Atmosphäre werden geschont

 Die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf regenerative Energiequellen schont endliche Ressourcen und reduziert den Ausstoß von CO2. Erneuerbaren Energien wie der Sonnen- oder Windkraft handelt sind nahezu unerschöpfliche Quellen, die zudem bei der Stromerzeugung kaum CO2 freisetzen. Gerade die CO2-Emissionen sind in einem hohen Maße verantwortlich für die globale Klima-Erwärmung. Transportkosten – wie bei Öl oder Kohle – fallen ebenso weg, da Sonnen- und Windenergie in den meisten Fällen lokal produziert und verbraucht werden können. Lediglich die Herstellung der zur Stromerzeugung benötigten Geräte funktioniert nicht CO2-neutral.

 

2. Katastrophen-Risiko wird minimiert

Kernkraftwerke werden häufig aufgrund ihres niedrigen CO2-Ausstoßes als umweltfreundlichere Alternative zu beispielsweise Kohle- oder Gaskraftwerken dargestellt. Dabei ist das Risiko von Reaktorunfällen Grund genug, auf diese Art der Energie zu verzichten. Denn bei Ausfällen oder schlechter Wartung drohen nicht nur kleinere Schäden, sondern meist sofort Katastrophen großen Ausmaßes – wie die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima gezeigt haben. Zudem stellt die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle in Bergwerken und Salzstollen immer noch ein schwer kalkulierbares Problem dar.

Auch die Verwendung fossiler Brennstoffe birgt große Gefahren für die Umwelt: Unfälle mit Öl, das ins Meer sickert, könnten durch eine Umstellung auf Erneuerbare Energien vermieden werden. Das retten die Leben zahlreicher Lebewesen in und um Gewässer.

 

3. Jeder kann mitmachen

Weil die Verarbeitung fossiler Brennstoffe in der Hand großer Konzerne liegt, kann der Einzelne keinen Einfluss darauf nehmen. Beim Thema Solarenergie hingegen kann jeder mitmachen und zum Stromerzeuger werden. Als Betreiber eines landwirtschaftlichen Hofes mit Hallendächern, des lokale Rathauses oder als Besitzer eines Einfamilienhauses ist es auf unkomplizierte Weise möglich, Solaranlagen zu installieren. Die Stromerzeugung wird dadurch dezentraler und die Auswahl größer. Das schafft mehr Transparenz bei der Herkunft und bei den Preisen.

 

Nachteile durch Erneuerbare Energien

1. Höhere staatliche Investitionen nötig

Bevor die vollständige Umstellung von fossilen auf Erneuerbare Energien auf bundesweiter Ebene erfolgen kann, müssen die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Das bedeutet, Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen müssen aufgebaut und Schnittstellen eingerichtet werden. Es sind mehr Stromnetze und Speichermöglichkeiten nötig, um die bestehenden zu entlasten. Aktuell kann der grüne Strom aufgrund mangelnder Stromnetze noch nicht vollständig eingespeist und genutzt werden. Dadurch rentieren sich die hohen Investitionen in die Anlagen nicht im gewünschten Maße. Auch die Vernichtung von überschüssigem Ökostrom verursacht Kosten im sechsstelligen Bereich, die der Steuerzahler innerhalb der EEG-Umlage tragen muss.

 

2. Nötige Umstellung auf Smart-Home-Systeme

Unternehmen sowie private Haushalte, die eigenen Strom von einer Photovoltaikanlage nutzen, müssen ihre Häuser und Haushaltsgeräte vollständig mit Smart-Home-Systemen ausstatten. Ansonsten wird der grüne Strom nicht optimal eingesetzt und muss teilweise ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dadurch entstehen dem Anlagen-Betreiber jedoch höhere Kosten, als wenn er den Strom selbst nutzt.

Das ist einer der Gründe weswegen die Abschaltung konventioneller Gas- und Kohlekraftwerke noch nicht möglich ist. Erst wenn eine hundertprozentige Versorgung sichergestellt sein kann, ist der Verzicht auf konventionellen Strom als Absicherung möglich.

 

Allerdings erscheinen all diese Investitionen nur aus kurzfristiger Sicht problematisch und hoch. Bei einer erfolgreichen Umstellung würde der Ökostrom auf Dauer für niedrigere Kosten sorgen, da seine Erzeugung bereits günstiger ist. Zudem sind die Investitionen, die aufgrund des Klimawandels zukünftig getätigt werden müssen, ohnehin erheblich und bisher nicht gänzlich kalkulierbar. Der Sommer 2018 sorgte mit Hitze und Dürre in weiten Teilen Deutschlands für gravierende Ernteausfälle – ein Szenario, das noch vor kurzem undenkbar schien. Dadurch wird einmal mehr klar, dass sich angesichts der globalen Erderwärmung selbst die Länder Nordeuropas, die derart hohen Temperaturen bislang selten ausgesetzt waren, auf den Klimawandel einstellen müssen. Das erfordert Investitionen, die ebenso aus Steuergeldern getätigt werden müssen.

 

3. Wetterabhängige Versorgung

Ein großes Argument gegen Erneuerbare Energien war bislang die vergleichsweise unsichere Versorgung. Eine große Abhängigkeit von Wetterbedingungen und die schlechten Speichermöglichkeiten machten eine verlässliche Versorgung mit einer konstant benötigten Strommenge unmöglich. Durch die fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der Solarenergie und vor allem bei den Stromspeichern ist diese Sorge mittlerweile nahezu unbegründet. Die heutigen Photovoltaikmodule erzeugen auch bei geringer Sonneneinstrahlung ausreichend Energie, solange sie zuvor korrekt ausgerichtet wurden und der Neigungswinkel stimmt. Zudem hat sich die Leistungsfähigkeit von Speicherbatterien enorm verbessert, deren Preise ebenfalls bezahlbarer werden – wenn auch auf weiterhin hohem Niveau. So kann Energie aus sonnen- oder windstarken Tagen für schwächere Zeiten genutzt werden.

 

Eine Umstellung auf Erneuerbare Energien würde viele sehr positive Entwicklungen ermöglichen. Das ist ohne Investitionen nicht möglich, die auf den ersten Blick hoch erscheinen mögen. Doch bei einer Gegenüberstellung von Preis und Leistung sollte die Aussicht auf ein gesünderes Klima für uns und die nachfolgenden Generationen den Ausschlag zugunsten der regenerativen Energien geben.