<img height="1" width="1" style="display:none" src="https://www.facebook.com/tr?id=174535646460270&amp;ev=PageView&amp;noscript=1">

Pro und Contra: Photovoltaikanlagen oder doch lieber Solarthermien?

Erstellt von: Energiesysteme 360° am 12. Juli 2018

Eigene erneuerbare Energie ist kostengünstig, umweltfreundlich und denkbar einfach herzustellen – direkt vom Eigenheim aus. Photovoltaikanlagen und Solarthermien zählen dabei zu den bewährten Technologien.

Hier erfahren Sie, welches System für welchen Zweck am besten geeignet ist:

 

In Deutschland besonders beliebt: Photovoltaikanlagen

In Deutschland wird Solarenergie nahezu ausschließlich durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Bei den sogenannten Photovoltaikmodulen handelt es sich um Solargeneratoren, die durch integrierte Solarzellen Strom erzeugen. Die Solarzellen sind elektronische Bauelemente, die die Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie umwandeln. Die physikalische Grundlage dafür ist der photovoltaische Effekt. Dabei wird die Energie aus dem Licht, das zuvor in eine Grenzschicht des Photovoltaikmoduls fällt, von Elektroden rausgelöst. Durch das vorhandene elektrische Feld wird diese ausgelöste Energie in Richtung der Pluspole bewegt. Dort kann sie ab diesem Zeitpunkt genutzt werden. Das wichtigste Halbleiter- beziehungsweise stromleitende -Material ist dabei Silicium. Das wird in nahezu 90 Prozent aller Photovoltaikanlagen verwendet.

 

Photovoltaikmodule: Große Flexibilität bei der Installation

Photovoltaikanlagen sind für Eigenstromproduzenten besonders attraktiv, da sie sich durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten auszeichnen. Sie können auf nahezu allen Oberflächen von Gebäuden, Feldern oder gar auf Kleidungsstücken und Autos angebracht werden. Wichtig ist eine korrekte Aufstellung der Anlage, damit der Einfallswinkel des Sonnenlichts möglichst ertragreich wirkt. Die Möglichkeiten der Photovoltaik-Technik weiten sich aktuell so schnell aus, dass sie immer flexibler einsetzbar werden. Architektonisch kompliziertere Gebäude können zum Beispiel auf die Solarfolie zurückgreifen. Das war früher deutlich schwieriger, weil Photovoltaik-Module nicht einfach auf steilen oder unebenen Flächen installiert werden konnten. Inzwischen kann nun also fast immer und von überall sauberer Solarstrom erzeugt werden.

 

Solarstrom auch bei schlechtem Wetter

Ein weiterer großer Vorteil von Photovoltaikanlagen ist die große Unabhängigkeit vom Wetter. Der Einfallswinkel der Anlage spielt zwar eine wichtige Rolle, trotzdem muss eine weniger sonnige Region kein K.O.-Kriterium sein. Selbst mit indirekter Sonneneinstrahlung können Photovoltaikanlagen effizient Strom erzeugen. Die Annahme, Anlagen funktionierten nur bei starker Sonneneinstrahlung, ist also nicht korrekt. Durch Überhitzung erzeugt sie genau genommen sogar weniger Strom. Photovoltaikanlagen sind für das häufig als regenreich wahrgenommenes Deutschland also eine gute Option zur Eigenstromerzeugung. Durch den Einsatz einer Anlage auf einem üblichen Einfamilienhaus-Dach kann eine so hohe Systemspannung erreicht werden, dass mehr als der komplette Bedarf eines Familienhauses abgedeckt würde.

 

Punkteabzug durch Wartungsaufwand und bei schmutzigem Silizium

Ein Nachteil von Photovoltaikanlagen sind die Wartungsaufwände. Je nach Lage verschmutzen die Module recht leicht und müssen gereinigt werden. Da nicht jedes Dach leicht zugänglich ist und bei der Reinigung nicht zu grob vorgegangen werden sollte, sind professionelle Reinigungsagenturen empfehlenswert. Diese sind jedoch mit Zusatzkosten verbunden.

Ein weiterer häufig diskutierter Aspekt sind die verwendeten Chemikalien bei der Herstellung der einzelnen Module. Silizium gehört dabei zu den viel-kritisierten Materialien. Die Beschaffung ist oft mit hohen und energieaufwändigen Prozessen verbunden, die mitunter auch unter menschenunwürdigen Bedingungen stattfinden. Wer seine Photovoltaikanlage korrekt und effizient installiert, kann die vorherigen Energieaufwände jedoch ausgleichen. Bezüglich der Herstellungsbedingungen sollte beim Kauf unbedingt auf die Herkunft der Komponenten geachtet werden.

 

Hier wird auf Wärme gesetzt: Solarthermien

Eine weitere Art der Solarenergie-Erzeugung bietet die Solarthermie. Diese geht häufig neben der Photovoltaikanlage unter. Dabei hat die Solarthermie viele Vorteile. Sie produziert – anders als eine Photovoltaikanlage – nicht direkt Strom, sondern Wärme. Diese wird zur Aufbereitung von Trink- und Warmwasser und für die Heizungsunterstützung genutzt. Sogenannte Sonnenkollektoren werden dazu üblicherweise auf dem Dach aufgestellt. In diesen befindet sich eine Warmträgerflüssigkeit, die durch die Strahlungsenergie aufgewärmt wird. Diese Wärme überträgt sich schließlich in Wärmeüberträger. Die technischen Komponenten unterscheiden sich je nach Nutzungsweise der Solarthermie und auch der Umfang der Solarkollektoren richtet sich nach ihrem Zweck. Grundsätzlich sind neben den Solarkollektoren auch Rohrleitungen und ein Wasserspeicher nötig.

 

Pluspunkte für unkomplizierte Funktionsweise

Besonders vorteilhaft an Solarthermien ist ihre einfache und umweltfreundliche Funktionsweise. Das Prinzip ist ähnlich dem eines schwarzen Beutels gefüllt mit Wasser, das durch Sonnenkraft erhitzt und danach als Trinkwasser oder für die Heizung genutzt wird. Die Erzeugung von Wärme geht bei Solarthermien schneller als die Stromerzeugung bei Photovoltaikanlagen. Die technischen Komponenten von Solarthermien sind zudem umweltfreundlich. Die Beschaffung der eingesetzten Rohstoffe ist nicht überdurchschnittlich aufwändig und energiebedürftig.

Da es bei Solarthermien um Wärme und nicht um Strom geht, werden sie häufig als weniger vorteilhaft bewertet. Dass die Erwärmung von Wasser und Räumen häufig mit sehr hohen Energieaufwänden einhergeht, die durch eine Solarthermie übernommen werden könnten, geht dabei unter. Die Warmwasseraufbereitung kann dabei ebenso für die Wasch- oder Spülmaschine genutzt werden. Somit wird warmes Wasser erzeugt und teurer und aufwändig erzeugter Strom eingespart.

 

Starke Abhängigkeit vom Wetter

Der größte Nachteil von Solarthermien liegt in ihrer Wetterabhängigkeit. Sie können zwar auch bei indirekter Sonneneinstrahlung Wärme erzeugen, allerdings sind die Ergebnisse nur mäßig. Hier ist der Standort der Anlage noch wichtiger. Während Photovoltaikmodule bei richtiger Ausrichtung nahezu überall Strom erzeugen können, sind nur wirklich sonnenreiche Positionen sinnvoll für Solarthermien. Die Investitionen in eine Solarthermie lohnen sich also nur dann, wenn der Standort für sie optimal ist. Für zahlreiche Orte in Deutschland kommen sie somit gar nicht erst in Frage. Besser eignen sich eher für die sonnenreichen mitteleuropäischen Regionen.

 

Empfehlung für Solarstromerzeuger in Deutschland: eine Photovoltaikanlage

Obwohl beide Technologien sehr sinnvoll für die saubere Erzeugung von erneuerbaren Energien sind, eignen sich Solarthermien nur an wirklich optimalen Positionen. Ansonsten könnte die Investition größer als das Ersparnis durch den Ertrag werden. Photovoltaikanlagen eignen sich hingegen nahezu überall, da sie selbst im Winter sehr effizient sein können. Aber auch hier hängt alles von der richtigen Installation und einer nachhaltigen Beschaffung ab – damit die zunächst umweltfreundliche Alternative nicht ins Gegenteil umschlägt.